Abgeerntete Felder mit Hecken und Baumreihen im Hügelland
Wissen · Fakten & Kreisläufe

Wie Landwirtschaft und Klima zusammenhängen.

Auf dem Hof entstehen Treibhausgase vor allem aus natürlichen Prozessen: im Pansen der Kühe, im Güllelager und im Boden. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen, die drei Klimagase im Vergleich und unsere Grafiken zu den Stoffkreisläufen. Jede Grafik gibt es auch als PDF zum Ausdrucken.

Zahlen 2025

Die wichtigsten Zahlen

So viel Treibhausgas kommt aus der deutschen Landwirtschaft, und daraus besteht es. Alle Werte in CO2-Äquivalenten (CO2e).

53,3 Mio. t
CO2e aus der Landwirtschaft 2025, das sind 8,2 % der deutschen Emissionen
62 %
davon Methan, vor allem aus der Verdauung von Rindern
32 %
davon Lachgas, vor allem aus gedüngten Böden
65 %
der Emissionen der Landwirtschaft gehen auf die Tierhaltung zurück (34,6 Mio. t)
43 Mio. t
zusätzlich aus entwässerten Moorböden unter Acker und Grünland (2024)
2,5 Mrd. t
Kohlenstoff sind in deutschen Agrarböden gespeichert, als Humus

Quellen: Umweltbundesamt, Schätzung für 2025 (Stand 02.07.2026) und Landnutzung 2024; Thünen-Institut, Bodenzustandserhebung. Mit den Emissionen aus Maschinen und Wärme sind es 60,8 Mio. t oder 9,3 %.

Treibhauspotenzial

Drei Gase im Vergleich

In einer Klimabilanz werden alle Gase auf CO2 umgerechnet. Der Umrechnungsfaktor heißt Treibhauspotenzial (GWP). Er sagt, wie stark 1 kg eines Gases über 100 Jahre wärmt, verglichen mit 1 kg CO2.

128265 CO₂MethanLachgas
So stark wärmt 1 kg des Gases über 100 Jahre, verglichen mit 1 kg CO₂. Die Kreisfläche entspricht dem Faktor.
Kohlendioxid CO2Methan CH4Lachgas N2O
Klimawirkung je kg128265
Bleibt in der LuftJahrhunderte, ein Teil viel längerrund 12 Jahre, dann zerfällt es zu CO2rund 110 Jahre
Entsteht auf dem HofDiesel, Heizöl, Kalk, Harnstoff, Humusabbau, entwässerte MooreVerdauung der Wiederkäuer, Gülle- und Mistlager, GärrestlagerStickstoff im Boden: Mineraldünger, Gülle, Gärrest, Weide
Anteil Landwirtschaft 20254 % (ohne Maschinen und Wärme)62 %32 %

Faktoren nach dem 5. Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC), mit denen das deutsche Treibhausgasinventar und der Berechnungsstandard BEK rechnen, also auch unsere Klimabilanzen. Der neuere 6. Bericht nennt für Methan 27 bis 30 und für Lachgas 273.

Rechenbeispiel Lachgas: Werden 100 kg Stickstoff je Hektar gedüngt, rechnet der Berechnungsstandard BEK damit, dass 0,62 % davon direkt oder indirekt als Lachgas-Stickstoff entweichen.
0,62 kg N2O-N × 44/28 = 0,97 kg N2O × 265 ≈ 258 kg CO2e je Hektar
Das ist so viel wie aus rund 75 Litern Diesel (3,42 kg CO2e je Liter nach BEK). Der tatsächliche Wert schwankt mit Boden, Wetter und Düngung.
Hof mit Biogasanlage von oben
Grafik · auch als PDF

Wo entstehen die Emissionen auf dem Hof?

Die Grafik folgt dem Weg durch einen typischen Betrieb, vom Stall über das Güllelager und die Biogasanlage bis auf den Acker. Die Breite der Pfeile zeigt, wie viel Treibhausgas an jeder Stelle in ganz Deutschland entsteht. Unten steht die Vorkette: Emissionen aus Futter, Dünger und Strom, die zwar woanders entstehen, in Ihrer Betriebsbilanz aber mitzählen.

ATMOSPHÄRE AUF DEM HOF VORKETTE TREIBHAUSGASE DER LANDWIRTSCHAFT IN DEUTSCHLAND · Mio. t CO₂-Äquivalente pro Jahr (2025, Moorböden 2024) 25,2 Methan 6,2 Methan 2,4 Lachgas 1,4 Methan 14,6 Lachgas 2,3 CO₂ 7,5 CO₂ 43,0 CO₂ u. a. Kot & Harn Gülle, Mist Gärrest Futter und Einstreu vom eigenen Feld Verkauf Milch, Fleisch, Getreide Emissionen ÷ Menge = Fußabdruck, z. B. je kg Milch ZUKAUF · entsteht außerhalb des Hofes und steckt nicht in den Zahlen oben, zählt aber in der Betriebsbilanz (Scope 2 und 3) Zukauffutter Anbau & Transport, z. B. Soja, Kraftfutter Mineraldünger, Kalk, Pflanzenschutz Herstellung: Haber-Bosch braucht viel Erdgas (siehe Stickstoffkreislauf) Strom & Kraftstoffe Netzstrom: Kraftwerk (Scope 2) Diesel: Förderung, Raffinerie (Scope 3) Tipp: eigener Strom aus PV oder BHKW senkt Scope 2 · Gülle vergären und Gärrestlager gasdicht abdecken senkt Methan Stall & Tiere Verdauung im Pansen: Wiederkäuer rülpsen Methan aus Gülle- & Mistlager ohne Luft: Methan Mist, Schwimmdecke: auch Lachgas Biogasanlage Methan-Schlupf aus offenem Gärrestlager Biogas → Strom, Wärme Acker & Grünland Stickstoff-Düngung: Mineraldünger, Gülle, Gärrest, Weide, Erntereste → Lachgas aus dem Boden Kalk & Harnstoff Carbonat im Dünger wird zu CO2​ Maschinen & Wärme Diesel, Heizöl, Gas Trocknung, Heizung Moorböden entwässert: Torf zersetzt sich an der Luft
Emissionsquellen auf dem Hof, Zahlen für Deutschland 2025 (UBA) · Grafik seitlich wischen PDF zum Ausdrucken (A4)

Die Zahlen 2025 im Überblick

  • Methan ist das Hauptgas, drei Viertel davon aus der Verdauung von Rindern.
  • Tierhaltung: 34,6 Mio. t, also 65 % der Landwirtschaft.
  • 76 % des deutschen Methans und Lachgases kommen aus der Landwirtschaft.
  • Moorböden sind der größte Posten, zählen aber zum Sektor Landnutzung.
53,3 Mio. t CO₂e8,2 % aller EmissionenMethan 62 %Lachgas 32 %CO₂ 4 % · übrige 2 %mit Maschinen & Wärme: 60,8 Mio. t (9,3 %)

Was davon zählt in Ihrer Bilanz?

  • Scope 1: alles im grünen Band, also Tiere, Lager, Boden, Kalk und der eigene Diesel.
  • Scope 2: zugekaufter Strom und zugekaufte Wärme.
  • Scope 3: die Vorkette, vor allem Zukauffutter und Mineraldünger.
  • Am Ende steht der Fußabdruck je Produkt, z. B. kg CO2e je kg Milch.

Die größten Hebel

  • Fütterung und Tiergesundheit: mehr Leistung pro Tier senkt Methan je kg Milch.
  • Stickstoff effizient einsetzen: bedarfsgerecht düngen, Gülle bodennah ausbringen. Weniger N-Überschuss heißt weniger Lachgas.
  • Gülle vergären und Gärrestlager gasdicht abdecken.
  • Moorböden: Wasserstand anheben stoppt den Torfabbau.
Rinder auf der Weide
Grafik · auch als PDF

Der Stickstoffkreislauf

Stickstoff ist der wichtigste Nährstoff und zugleich die Quelle für Lachgas. Die Grafik zeigt, wie Stickstoff aus der Luft über Dünger oder Leguminosen in den Boden, in die Pflanze und über Tiere und Gärrest wieder zurück gelangt. Die gestrichelten Pfeile sind Verluste: Ammoniak, Nitrat und Lachgas.

LUFT BODEN LEBEWESEN N2​ aus der Luft Mineraldünger (Harnstoff, KAS) wird im Boden NH4​+​ NH3​ gast aus Gülle, hoher pH Nitrifikation 1 Bakterien + O2​ NH4​+​ + O2​ → NO2​−​ Boden versauert (H+​) Nitrifikation 2 Bakterien + O2​ NO2​−​ + O2​ → NO3​−​ N2​ (Hauptprodukt) unvollständig: Lachgas Denitrifikation kein O2​: Bakterien atmen Nitrat statt Sauerstoff (nass, verdichtet, viel Futter) Auswaschung (Regen) Aufnahme über die Wurzel (auch NH4​+​) Stickstofffixierung Knöllchenbakterien an Leguminosen (Erbse, Klee, Bohne): N2​ → NH4​+​ direkt für die Pflanze wird gefressen Kot, Harn, tote Tiere abgestorbene Pflanzen, Ernterückstände, untergepflügte Zwischenfrucht Ammonifikation Bakterien & Pilze zersetzen Eiweiß → NH4​+​ (nur bei niedrigem C/N) N-Sperre hohes C/N (Stroh): Mikroben holen sich das NH4​+​ Gülle, Mist, Silage Gärrest aufs Feld N bleibt drin, jetzt als NH4​+​ → schneller Dünger Haber-Bosch-Fabrik N2​ + 3 H2​ → 2 NH3​ 450 °C · 200 bar · Katalysator H2​ aus Erdgas: CH4​ + 2 H2​O → CO2​ + 4 H2​ N2​ Luftstickstoff · 78 % der Luft N2​O Lachgas starkes Klimagas NH4​+​ Ammonium haftet am Boden NO2​−​ Nitrit kurze Zwischenstufe NO3​−​ Nitrat gelöst, sehr beweglich Grundwasser Pflanzen bauen N in Eiweiß ein Tiere fressen Pflanzen, scheiden N aus Tote Biomasse & Ausscheidungen organisch gebundener N Biogasanlage Bakterien ohne O2​: Eiweiß → NH4​+​ Kohlenstoff → CH4​ + CO2​ Biogas → Strom & Wärme der Kohlenstoff geht raus
Stickstoffkreislauf mit Haber-Bosch und Biogas · Grafik seitlich wischen PDF zum Ausdrucken (A4)

C/N-Verhältnis und N-Sperre

  • C/N = Teile Kohlenstoff pro 1 Teil Stickstoff im Material.
  • Zersetzer fressen den C als Energie und brauchen N für ihren Körper.
  • C/N niedrig: N-Überschuss, der Rest wird als NH4+ frei und düngt.
  • C/N hoch: N-Mangel, die Mikroben holen sich NH4+/NO3− aus dem Boden. Das fehlt den Pflanzen: N-Sperre.
  • Nur vorübergehend: Sterben die Mikroben, wird der N frei. Bei Stroh etwas N nachdüngen.
wenig C, viel Nviel C, wenig NGrenze ≈ 25N wird freiN-SperreGülle, GärrestC/N 5–10Erbse, KleeC/N ~15Mist mit StrohC/N 25–50StrohC/N 60–100Holz, SägemehlC/N 300+

Wo Stickstoff verloren geht

  • NH3 in die Luft: Bei hohem pH (Gülle, Gärrest, Harnstoff) wird Ammonium zu Ammoniak-Gas: NH4+ + OH− → NH3 + H2O. Deshalb bodennah ausbringen und einarbeiten.
  • Nitrat ins Grundwasser: NO3− ist negativ geladen, haftet nicht am Boden und wird vom Regen ausgewaschen. NH4+ ist positiv und bleibt am Boden hängen.
  • Lachgas N2O: entsteht, wenn die Denitrifikation nicht bis N2 durchläuft. Starkes Klimagas.

Merke

  • Nitrifikation braucht Sauerstoff: lockerer, belüfteter Boden.
  • Denitrifikation braucht drei Dinge: kein O2, Nitrat und Futter (organisches Material). Typisch: nasser, verdichteter Boden oder frisch untergepflügte Zwischenfrucht.
  • Biogasanlage: Der Kohlenstoff geht als Gas raus, der Stickstoff bleibt im Gärrest. Gärrest hat daher ein niedriges C/N und viel NH4+.
  • Haber-Bosch: Stickstoff aus der Luft, Wasserstoff aus Erdgas.
Maisfeld neben frisch bearbeitetem Acker, von oben
Grafik · auch als PDF

Kohlenstoff und Humus

Pflanzen holen CO2 aus der Luft. Was davon als Wurzeln, Stroh, Mist oder Gärrest in den Boden kommt, wird größtenteils wieder veratmet. Nur ein kleiner Teil wird zu Humus. Humus ist der größte Kohlenstoffspeicher auf dem Hof und hält zugleich viel Stickstoff fest.

LUFT LEBEWESEN BODEN Photosynthese CO2​ + Wasser + Licht → Zucker + O2​ Atmung Atmung Pansen: Methan (Rülpsen) Silage, Gülle Biogas verbrannt → CO2​ (biogen) Gärrest aufs Feld: stabiler C bleibt drin Futter Milch, Fleisch Wurzeln, Stroh, Zwischenfrucht Mist, Gülle Zersetzung Bodenleben veratmet den Großteil Humifizierung ein kleiner Teil wird Humus stabilisiert an Ton gebunden Mineralisierung setzt N, P und S frei (Nährhumus düngt) langsamer Abbau, schnell bei Umbruch Entwässert: Torf wird zu CO2​ CO2​ Kohlendioxid · rund 0,04 % der Luft CH4​ Methan wird in rund 12 Jahren zu CO2​ Biogasanlage Bakterien ohne O2​: C → CH4​ + CO2​ Methan wird im BHKW zu Strom und Wärme Pflanzen bauen aus CO2​ Zucker, Stärke und Zellulose Tiere fressen Pflanzen Verkauf Getreide, Milch, Fleisch: C verlässt den Hof Frische organische Substanz Wurzeln, Stroh, Mist, Gärrest Nährhumus Futter fürs Bodenleben baut sich in Jahren ab Dauerhumus stabil über Jahrzehnte C/N ≈ 10: bindet auch viel Stickstoff Moorboden Torf = alter, nasser Humus
Kohlenstoff- und Humuskreislauf · Grafik seitlich wischen PDF zum Ausdrucken (A4)

Humus in Zahlen

  • Böden speichern weltweit mehr Kohlenstoff als Luft und Pflanzen zusammen.
  • Deutsche Agrarböden: 2,5 Mrd. t C bis 1 m Tiefe, 1,3 Mrd. t unter Acker, 1,2 Mrd. t unter Grünland.
  • Tonreiche Böden speichern etwa doppelt so viel wie Sandböden.
  • Jeder Umbruch von Grünland setzt über Jahre Humus-C als CO2 frei.
Oberboden 0–30 cm, Mittel der MineralbödenAcker61 t C/ha≙ 224 t CO₂Grünland88 t C/ha≙ 323 t CO₂1 t C = 3,67 t CO₂ · Humus ≈ 58 % C

Humus aufbauen und erhalten

  • Mehr Wurzeln und Pflanzenreste: Zwischenfrüchte, Untersaaten, Kleegras.
  • Organisch düngen: Mist, Kompost, Gärrest, Stroh auf dem Feld lassen.
  • Grünland erhalten, nicht umbrechen.
  • Moorböden nass halten oder wiedervernässen, z. B. mit Paludikultur.

Merke

  • Humus-C und N hängen zusammen: Bei C/N ≈ 10 bindet 1 t Humus-C rund 100 kg N. Humusaufbau legt also auch Stickstoff fest.
  • Aufbau dauert Jahrzehnte, Abbau geht schnell. Der Boden strebt ein neues Gleichgewicht an und ist dann voll.
  • Die Senke ist umkehrbar: Ändert sich die Bewirtschaftung, wird der Humus wieder abgebaut.
  • Biogas: Der leicht abbaubare C wird zu Gas, der stabile bleibt im Gärrest.
Zwei Fleckviehkühe liegen auf der Weide
Eine Milchkuh gibt etwa 250 bis 500 g Methan am Tag ab.

Das sind rund 2,5 bis 5 t CO₂e im Jahr.

Vom Pansen bis zur Biogasanlage

Der Weg des Methans

Methan ist das wichtigste Klimagas der Landwirtschaft. Es entsteht überall dort, wo Mikroben organisches Material ohne Sauerstoff abbauen. Eine Milchkuh gibt etwa 250 bis 500 g Methan am Tag ab, das sind rund 2,5 bis 5 t CO2e im Jahr. An jeder Station gibt es Stellschrauben.

  1. 1

    Pansen

    Mikroben zerlegen Gras und Zellulose. Dabei entsteht Wasserstoff, aus dem andere Mikroben Methan bilden.

    Hebel: Futterqualität, ausgewogene Ration, zugelassene Futterzusatzstoffe
  2. 2

    Stall

    Das Methan wird fast vollständig über das Maul abgegeben, beim Rülpsen und Ausatmen.

    Hebel: Tiergesundheit, Leistung und Nutzungsdauer: weniger Methan je kg Milch
  3. 3

    Güllelager

    Auch in der Gülle bilden Mikroben ohne Luft Methan, umso mehr, je wärmer und länger sie lagert.

    Hebel: kurze Lagerzeit, Abdeckung, Gülle zeitnah vergären
  4. 4

    Biogasanlage

    Hier wird Methan gezielt erzeugt und im BHKW zu Strom und Wärme verbrannt. Dabei wird es zu CO2.

    Hebel: gasdichtes Gärrestlager, wenig Methanschlupf
Landnutzung

Moorböden: kleine Fläche, große Wirkung

Torf ist über Jahrtausende angesammelter, nasser Pflanzenrest. Solange er nass bleibt, ist der Kohlenstoff sicher gespeichert. Wird ein Moor entwässert, kommt Luft an den Torf, und er zersetzt sich zu CO2 und Lachgas.

5 %
der Landfläche Deutschlands sind Moorböden, rund 1,8 Mio. ha
72 %
davon werden landwirtschaftlich genutzt: 54 % als Grünland, 18 % als Acker
52 Mio. t
CO2e kamen 2024 aus Moorböden, rund 8 % aller deutschen Emissionen

Das ist mehr als das prozessbedingte CO2 der gesamten Industrie. Über 80 % davon stammen aus landwirtschaftlich genutzten Mooren. Wird der Wasserstand wieder angehoben, lassen sich im Mittel rund 20 t CO2e je Hektar und Jahr vermeiden. Auf nassen Flächen ist weiter Bewirtschaftung möglich, etwa mit Schilf, Rohrkolben oder Nasswiesen (Paludikultur).

Quellen: Umweltbundesamt 2026; Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (landwirtschaft.de).

Fakten

Wussten Sie schon?

78 %

der Luft sind Stickstoff. Nutzen können ihn aber nur Leguminosen mit ihren Knöllchenbakterien, und die Düngerfabrik.

≈ 100 kg N

bindet 1 t Humus-Kohlenstoff, weil Humus ein C/N-Verhältnis von etwa 10 hat. Humusaufbau legt also auch Stickstoff fest.

224 t CO2

entspricht der Kohlenstoff, den ein Hektar Acker im Mittel in den oberen 30 cm speichert (61 t C).

12 Jahre

bleibt Methan in der Luft. Wer heute Methan einspart, bremst die Erwärmung deshalb besonders schnell.

− 30 %

Methan aus der Tierhaltung seit 1990, von 46,1 auf 32,1 Mio. t CO2e (Umweltbundesamt).

61 statt 66

Mio. t CO2e: Die Landwirtschaft blieb 2025 unter ihrer Jahreshöchstmenge nach dem Klimaschutzgesetz.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

CO2-Äquivalent (CO2e)
Gemeinsame Einheit für alle Treibhausgase. Methan und Lachgas werden mit ihrem Treibhauspotenzial auf CO2 umgerechnet.
Treibhauspotenzial (GWP)
Wie stark 1 kg eines Gases über 100 Jahre wärmt, verglichen mit 1 kg CO2.
Emissionsfaktor
Wie viel Treibhausgas je Einheit entsteht, zum Beispiel je Liter Diesel, je kg Stickstoff oder je Kuh. Mit diesen Faktoren wird die Bilanz aus Ihren Betriebsdaten berechnet.
Scope 1, 2, 3
Einteilung nach Herkunft: eigener Betrieb, zugekaufte Energie, Vorkette. Ausführlich erklärt unter Klimabilanz verstehen.
BEK
Der Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen in der Landwirtschaft, herausgegeben vom KTBL. Er sorgt dafür, dass Bilanzen vergleichbar sind.
TEKLa
Das Rechenwerkzeug, mit dem wir Ihre Klimabilanz nach BEK erstellen.
Fußabdruck
Die Emissionen eines Produkts, zum Beispiel kg CO2e je kg Milch oder je Tonne Weizen.
LULUCF
Der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft im Treibhausgasinventar. Dort werden Humus, Wald und Moorböden verbucht.
Humus
Die abgestorbene, umgewandelte organische Substanz im Boden. Humus besteht zu rund 58 % aus Kohlenstoff.
C/N-Verhältnis
Teile Kohlenstoff je Teil Stickstoff in einem Material. Es entscheidet, ob beim Abbau Stickstoff frei wird oder festgelegt wird (N-Sperre).
Nitrifikation und Denitrifikation
Umwandlungen im Boden durch Bakterien. Nitrifikation macht mit Sauerstoff aus Ammonium Nitrat. Denitrifikation macht ohne Sauerstoff aus Nitrat wieder Luftstickstoff, dabei kann Lachgas entstehen.
Fermentation
Die Verdauung im Pansen durch Mikroben. Dabei entsteht bei Wiederkäuern Methan.
Paludikultur
Landwirtschaft auf nassen oder wiedervernässten Moorböden, zum Beispiel mit Schilf oder Rohrkolben.
Kohlenstoffsenke
Ein Speicher, der mehr CO2 aufnimmt als abgibt, etwa ein Boden, der Humus aufbaut. Die Speicherung ist umkehrbar.
Zum Ausdrucken

Downloads und Quellen

Alle Grafiken als PDF im Format A4 quer, zum Ausdrucken oder für Ihre Unterlagen.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Beitrag der Landwirtschaft zu den Treibhausgas-Emissionen, Stand 02.07.2026
  2. Umweltbundesamt: Emissionen der Landnutzung, -änderung und Forstwirtschaft, Stand 02.07.2026
  3. Thünen-Institut: Landwirtschaftlich genutzte Böden in Deutschland, Ergebnisse der Bodenzustandserhebung (Thünen Report 64), 2018
  4. Thünen-Institut: Bodenzustandserhebung Landwirtschaft
  5. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Klimaschutz und Landwirtschaft: Chancen auf Moorböden
  6. Netzwerk Fokus Tierwohl: Methanemissionen verstehen und vermindern
  7. IPCC: AR6 WG I, Kapitel 7 (Treibhauspotenziale und Lebensdauern)

Stand: September 2026. Die Grafiken sind vereinfacht. Werte gerundet.

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